Anträge

15.11.2015, 00:00 Uhr | Borkum
 
Müllentsorgung im Nordseeheilbad Borkum - Einführung eines chipgestützten Tonnensystems
Umstellung der Restmüllentsorgung von der Müllsack-Sammlung auf Mülltonnen mit Erfassung und Abrechnung der individuell entsorgten Müllmenge.
Borkum -

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Lübben, 
 
 
die  CDU-Fraktion  bittet,  den  oben  angeführten  Punkt  auf  die  Tagesordnung  der  nächsten  Sitzung des Ausschusses für Verkehr, Umwelt-, Feuer- und Katastrophenschutzes zu setzen.
 
 
Sachverhalt:
 
Seit  Jahren  ist  die  praktizierte  Müllentsorgung  in  Säcken  Bestandteil  der  öffentlichen Diskussion.  Das  in  einem  Kurort,  zudem  noch  im  UNESCO-Weltnaturerbe,  ein  solch unzweckmäßiges System gefahren wird, führt auch bei unseren Gästen zu Unverständnis und Kopfschütteln. 
 
Neben der Verschmutzung ganzer Straßenzüge durch von Möven aufgerissene Restmüllsäcke und den damit verbundenen hygienischen Risiken ist das gesamte Handling der Entsorgung für  die  Müllwerker  aus  arbeitsmedizinischer  Sicht  nicht  akzeptabel.  Das  stundenlange Hochwerfen  von  bis  zu  15  Kilo  schweren  Säcken  führt  auf  Dauer  zu  gesundheitlichen Belastungen. Dazu kommen Probleme bei der Lagerung von Säcken auf den haushaltseigenen Grundstücken.
 
Was bei Wasser, Abwasser und Strom üblich ist, sollte auch bei der Abfallentsorgung längst angeboten  werden:  eine  verbrauchernahe  Abrechnung,  die  die  Haushalte  belohnt,  die  ihren Müll trennen und möglichst wenig Restmüll produzieren. 1
 
 
Die CDU-Fraktion fordert daher die Einführung eines chipgestützten Tonnen- (Rollbehälter)-Systems, um folgende Ziele zu erreichen:
- Verbraucherfreundliche Abrechnung durch ein optimiertes Abfallmanagement
- Schaffung eines Anreizes zur Reduzierung der Restmüllmengen
- Steigerung der Wertstoff-Trennung
- Gesundheitsvorsorge für die Müllwerker durch unterstützende Technik
- Imagegewinn der Insel Borkum
- Optisch ansprechende Entsorgung, Verbesserung des hygienischen Standards
 
 
 
 
Beschlussvorschlag:
 
A/  Die Verwaltung der Stadt  Borkum  wird beauftragt,  in  Zusammenarbeit  mit  dem  Landkreis Leer  die  Müllentsorgung  auf  Borkum  durch  die  Einführung  eines  chipgestützten Tonnensystems auf ein modernes Abfallmanagement umzustellen.
 
B/  Die Verwaltung der Stadt Borkum wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit dem Landkreis die Förderfähigkeit des Projektes zu prüfen und entsprechende Mittel zu beantragen.
 
 
 
 
 
 
Mit freundlichen Grüßen
 
gez.
Gerhard Begemann / Fraktionssprecher 

                                                
1 Im  „Demonstrationsvorhaben  zur  Abfallvermeidung  auf  der  Insel  Borkum“  im  Auftrag  der  Stadt  Borkum, unterstützt  vom  Landkreis  Leer  und  vom  Umweltbundesamt  Berlin  1990  –  1993,  konnte  eine  33-prozentige Reduzierung  des  Rest-Abfallaufkommens  pro  Einwohnergleichwert/Woche  in  Versuchsgruppen  erreicht werden.  UBA  Forschungsbericht  Nr.  103  01  261,1994,  Bearbeitung:  Dipl.-Ing.  Gabriele  Meyer,  Manfred  Joe  Harms M.A., Seite 24.                                             
2 Grund- und Sackgebühren entfallen. Abrechnung: Entsorgungskosten kostenpflichtiger Restmüll nach  
  Gewicht/Woche plus Verwaltungsgebühr
3 Damit verbunden: Reduzierung der Entsorgungskosten 
4 Bspw. durch die Reduzierung von Fehleinwürfen
5 Dokumentation des Umstellungsprozesses. Medienbegleitung.