Anträge
24.01.2019, 00:00 Uhr | Borkum
 
Zukunftssicherung der Betreuung in Kindertageseinrichtungen
Zukunftssicherung des Betreuungsangebotes in Kindertageseinrichtungen auf Grundlage des KiTaG und der Kindertagespflege auf Borkum
Borkum - Sehr geehrter Herr Bürgermeister Lübben,

die CDU-Fraktion bittet, den oben angeführten Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Soziales, Kultur und Gesundheit zu setzen.
 

Sachverhalt

Das Land Niedersachsen gewährt auf der Grundlage der zwischen Bund und Ländern abgeschlossenen Verwaltungsvereinbarung über das Investitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung 2017 bis 2020“ Zuwendungen für Investitionen zur Schaffung von Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahre.

Für jeden neu geschaffenen Krippenplatz werden Zuwendungen bis zu 12.000 EUR gewährt, für jeden neuen Tagespflegeplatz bis zu 4.000 EUR. Handelt es sich um einen Umbau einer bestehenden Tageseinrichtung, so wird hier eine anteilige Zuwendung der neu geschaffenen Plätze für Kinder unter drei Jahre gewährt. Der Antrag auf eine Förderung muss bis spätestens zum 30.09.2019 eingereicht sein.

Der Landkreis Leer fordert von der Stadt Borkum bereits seit zwei Jahren einen neuen Krippenbau. Zur Überbrückung der Situation hat der Landkreis Leer beim Familienservice Weser-Ems Leistungen im Rahmen einer Großtagespflege eingekauft.

Der Familienservice Weser-Ems bietet im Kinderspielhaus eine Tagespflege für Kinder unter drei Jahren an. Die Gruppe umfaßt 10 Kinder und wird sehr gut angenommen. Es stehen weiterhin Kinder unter drei Jahren auf der Warteliste für die Krippe.

Unsere Kindertagesstätte „Börkumer Kinnertune“ ist größer als es die Gesetzgebung vorsieht und arbeitet mit einer Ausnahmegenehmigung. Kindertagesstätten sollten nicht mehr als fünf Gruppen haben. In unserer Kindertagesstätte existieren zwei Kita-Gruppen, zwei integrative Gruppen, eine Ganztagesgruppe und zwei altersübergreifende Gruppen. Insgesamt werden 150 Kinder betreut.

Die Leitung einer Kindestagesstätte wird für jede Gruppe für mindestens fünf Stunden/Woche freigestellt, für eine Ganztagesgruppe zehn Stunden/Woche. Die Leitung der Börkumer Kinnertune ist somit von der Mitarbeit in den Gruppen freigestellt. Eine weitere Erzieherin ist anteilig für die Krippe freigestellt. 

Wird eine weitere Krippengruppe aufgebaut, sind in diesem Zuge zwingend die Sozial- und Aufenthaltsräume der Mitarbeitenden und die Küchen-räumlichkeiten zu vergrößern, bzw. neu zu bauen. Weiterhin wird dann eine Größe erreicht, die eine weitere Leitung und eine weitere Stellvertretung erfordert. Auf die Stadt Borkum werden langfristig erhebliche Kosten zukommen, da nur die Plätze für Kinder unter drei Jahren ausreichend gefördert werden.

In der Entwicklung der Börkumer Kinnertune ist mittlerweile ein Punkt erreicht, an dem die Frage gestellt werden muss, ob es Sinn macht, einen weiteren Ausbau mit den oben geschilderten Erfordernissen und damit verbundenen Kosten anzustreben.


Die Alternative dazu wäre die Errichtung einer weiteren Kindertagesstätte unter anderer Trägerschaft, ggf. mit einem anderen pädagogischen Konzept und weiterführenden Angeboten.

In diesem Zusammenhang fand bereits ein Gespräch zwischen der Elterninitiative KaB (Kinder auf Borkum) und der Vorsitzenden des Sozialausschusses, Dr. Monika Harms, statt.

Die Elterninitiative KaB wünscht sich eine Alternative zum Angebot der Börkumer Kinnertune, hier möglicherweise auch unter einer kirchlichen Trägerschaft. Entsprechend könnte dann auch dem Wunsch zahlreicher Eltern nach einer Wahlmöglichkeit bei der Betreuung ihrer Kinder Rechnung getragen werden.

Seitens der Elterniniative wurde bereits ein Gespräch mit dem Landkreis Leer geführt und Kontakt zum Evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenverband Emden-Leer-Rhauderfehn aufgenommen. Dort wurde Interesse signalisiert.

 
Beschlussvorschlag

1.
Zur Zukunftssicherung der auf Borkum lebenden und arbeitenden Familien ist
ein Ausbau des Betreuungsangebotes zeitnah umzusetzen. 

2.
Die Verwaltung wird beauftragt
- eine Kostenermittlung für beide Varianten durchzuführen,
- entsprechende Gespräche mit dem Landkreis Leer und potentiellen Trägern zu führen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Georgios Atsidakos
Fraktionssprecher