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29.07.2008, 21:06 Uhr
CDU-Vorstand: Kommunaler Hafen soll in Borkumer Hafenbetreibergesellschaft
Christdemokraten fordern den Erhalt des Altersheimes – Kostendeckende Konzepte – Fahrwassertonnen in Bismarckstraße kritisiert
Der Vorstand der Borkumer CDU sprach sich in seiner jüngsten Sitzung am 23. Juli mit Mehrheit für die Vergabe des Hafens an die Borkumer Hafenbetreibergesellschaft aus. Er geht davon aus, dass insbesondere auch die Zusicherung einer adäquaten Marina mit entsprechender Infrastruktur realisiert wird und dass es sich hier nicht nur um eine Nischenlösung handeln wird. Mit dieser Entscheidung würdigt der CDU-Vorstand die Initiative einer Vielzahl von Borkumern, hier endlich die Geschicke der Insel wieder mit zu bestimmen. Weiterhin fordert er eine definitive Entscheidung über die Vergabe in der im August 2008 geplanten Ratssitzung. Eine gleich starke Unterstützung wünscht sich der CDU-Vorstand bei den Bestrebungen, das Städtische Altenwohn- und Pflegeheim auf Borkum zu erhalten. Keinesfalls dürfe dieses an den momentan interessierten Investor quasi verschenkt werden, wobei die Stadt dann auf Schulden in Höhe von zirka einer Million Euro (Ablösesumme Personal-VBL ) sitzen bleiben würde. Schon gar nicht dürfe es zu einer Schließung kommen. „Ein Albtraum für die Bewohner und deren Angehörige. Der Landkreis füllt seine leer stehenden Betten, und unsere älteren Mitbürger werden in ihrem letzten Lebensabschnitt einfach umgesiedelt. Das soll Sozialpolitik sein?“, fragt die Vorsitzende Bärbel Könzgen-Byl. Die CDU-Borkum hat bereits 2007 in ihrem Konzept „Ausbau des vorhandenen Altenwohn- und Pflegeheimes in ein Dienstleistungszentrum für die Borkumer Bevölkerung und Inselgäste“ dargestellt, wie sie sich ein Leben im Seniorenzentrum, Selbstverwirklichung und Individualität im hohen Alter vorstellt. Sollte die Suche nach einem Betreiber, der diese Ideen verwirklichen kann und die geforderte Kaufsumme für den Gebäudekomplex in Höhe von 1,8 Millionen Euro zur Abdeckung ausstehender Kosten leistet, erfolglos bleiben, dann muss das Altenwohn- und Pflegeheim weiterhin kommunal, in welcher Form auch immer, betrieben werden. Allerdings mit einem kostendeckenden Konzept (Aus- und Umbau, Erweiterung des Betreuungsangebotes, etc.) und einer hochwertigen Pflege und Fürsorge, einer kontinuierlichen Weiter- und Fortbildung des Personals und einem dauerhaft gesicherten Hygienestandard. Hier ist neben der Verwaltung auch der Rat gefordert. Borkum habe nichts zu verschenken. Byl: „Ein Schreckenszenario: Hafen weg, Wohnbau verkauft und Altersheim geschlossen. Irgendwann besitzt Borkum nichts mehr, nur noch einen Haufen Schulden.“ Seit Jahren wird der desolate Zustand der Fahrwassertonnen, insbesondere in der Bismarckstraße, der Hauptflaniermeile, von Bürgern bemängelt und ein Antrag auf Sanierung eingebracht. Byl: „Nichts passiert!“ Stattdessen der große Schildbürgerstreich an der Ecke Bismarckstraße / Goethestraße. Hier wurde eine Windschutz-Wand um die Tonne herumgebaut, zusätzlich ist die Sicht auf die Tonne von anderer Seite noch mit einem Verkehrsschild eingeschränkt.

Borkumer Zeitung