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07.02.2014, 00:00 Uhr | Borkumer Zeitung / Sylvia Loth
Seniorenbeauftragter für Borkum
Ältere Bürger werden untersützt - Durch das Projekt "Zukunftswerkstatt 50plus" Ideen verwirklichen
Die Einführung eines Seniorenbeauftragten sorgte vergangen Donnerstag für einiges Aufsehen in der Sitzung des Sozialausschusses.
Sozialamtsleiter Olaf Byl setzte sich für die Stellenausschreibung eines geringfügigen Arbeitsverhältnisses für einen Seniorenbeauftragten auf Borkum ein. „Bei der Bestellung eines Seniorenbeauftragten handelt es sich um ein Ehrenamt mit Aufwandsentschädigung und unabhängiger, nicht weisungsgebundener Arbeit“, erklärte Monika Harms. Die stellvertretende Ausschussvorsitzende verwies darauf, dass der Antrag für einen Seniorenbeauftragten im Jahr 2007 zurückgestellt wurde. Damals hatten FDP und die Grünen die Einstellung eines Seniorenbeauftragten gefordert. Man habe aber beschlossen, die Seniorenbeauftragte des Kreises zur Teilnahme an einer Sozialausschusssitzung einzuladen. Sie sollte die Arbeit des Kreis-Seniorenbüros für die Insel darstellen und die Borkumer beraten. Damals sei der Antrag laut Harms aus zwei Gründen nicht weiter verfolgt worden. Zum einen war die Seniorenarbeit vor sieben Jahren auf der Insel dürftig und zum anderen habe der Besuch der Seniorenbeauftragten des Landkreises Leer nicht stattgefunden.

Aktuell sei die Seniorenarbeit auf Borkum vorangeschritten. Die CDU-Politikerin erinnerte an das gut funktionierende Seniorenheim und die vielen ehrenamtlich tätigen Bürger, die in der Seniorenarbeit miteinander arbeiten. „Die Verzahnung mit den Kirchengemeinden, gemeinsamen Seniorennachmittagen, einem Lions-Mobil für Ausflugsfahrten, der Seniorenmittagstisch im Seniorenheim und diverse Aktivitäten bis hin zum Sitzfußball, funktionieren wunderbar“, sagte Harms. Die Christdemokratin warf die Frage in den Raum, ob wir wirklich wissen, was unseren Senioren fehle und wie sie sich ihre und damit auch unsere Zukunft auf der Insel wünschen . Im Gegensatz zu anderen Gemeinden, gebe es auf Borkum bisher kein Projekt „Zukunftswerkstatt 50Plus“. Unter dem Motto „Zukunft ist nicht vorhersagbar, aber gestaltbar“, haben Bürger die Möglichkeit, ihre Wünsche, Vorstellungen und ihr spezielles Know-how einzubringen. Mit einer Zukunftswerkstatt nehmen Bürgerinnen und Bürger Einfluss auf die Gestaltung ihrer Umgebung und regen politische Entscheidungen an. Denn nur mit Phantasie, Kreativität und Engagement der Bürgerinnen und Bürger haben Gemeinden eine positive Zukunft. „Dieser demokratische Ansatz der Zukunftsgestaltung definiert den Bürger nicht nur als Konsumenten, sondern als Gestalter“, erklärte Harms. Die Ärztin machte deutlich, dass für die Stelle des Seniorenbeauftragten sicher kein Sozialpädagoge oder eine ähnlich qualifizierte Person gefunden werde, die auf Minijob-Basis arbeiten werde. Bürgermeister Georg Lübben setzte sich für einen Seniorenbeauftragten ein, da es „zunehmend Senioren auf der Insel gibt, die alleine in ihren Häusern sitzen.“ Diese haben teilweise Hemmungen sich an die Sozialverwaltung zu wenden, wenn es um Antragsstellungen oder ähnliches geht. „Diese Bürger sind schlicht hilflos und einsam“, erklärte Lübben. Daher stelle er sich als Seniorenbeauftragten eine starke Persönlichkeit vor, die das Vertrauen der älteren Mitbewohner gewinnen können und sich in Zusammenarbeit mit Ärzten, Pastoren und anderen, um die Belange der Borkumer kümmere. Natürlich solle diese Person eng mit der Seniorenbeauftragten des Landkreises zusammenarbeiten.
Die Ausschussmitglieder stimmten für die Stellenausschreibung eines Seniorenbeauftragten, erst einmal für die Dauer von zwei Jahren, um zu sehen, ob das Angebot angenommen werde. „Das erweitert die Qualität im sozialen Bereich“, sagte SPD-Vorsitzender Jürgen Müller.
Vertreter der CDU-Fraktion verwiesen zudem auf neutrale Pflegestützpunkte, die seit dem 1. Juli 2008 in Niedersachsen eingerichtet wurden. Diese werden von den Kranken- und Pflegekassen gefördert. Der Sozialausschuss sprach sich einstimmig für den Antrag der CDU-Fraktion aus, die Verwaltung zu beauftragen, regelmäßig vor Ort Sprechstunden der Mitarbeiter des Pflegestützpunktes des Landkreises für Borkum einzufordern. Zudem werde die Verwaltung beauftragt, das Projekt „Zukunftswerkstatt 50Plus“ unter fachlicher Moderation und mit Unterstützung der Seniorenbeauftragten des Landkreises zu organisieren. Seniorenbeauftragter für Borkum Ältere Bürger werden unterstützt - Durch das Projekt „Zukunftswerkstatt 50Plus“ Ideen verwirklichen

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