Presse

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16.02.2020, 11:30 Uhr
Das Miramar, Projekt und Möglichkeiten
Infoveranstaltung zum Bürgerentscheid am 01.03.2020
Warum die Infoveranstaltung?
Der Bürgerentscheid naht. Die Veranstaltung war ein interessanter Beitrag, um neben den bisherigen Informationen der Stadt Borkum, der Nordseeheilbad Borkum GmbH (NBG) und den Presseorganen einmal die Sichtweise des Investors kennenzulernen und persönlich Fragen stellen zu können.

Nur die Bilder für sich sprechen zu lassen, mag aufgrund der zum Teil sehr unterschiedlichen Reaktionen möglicherweise unglücklich erscheinen. Es verdeutlicht uns dadurch auch insbesondere, welche Interpretationsspielräume hier entstehen können.
Mögliche Ansicht des Neubaus "Das Miramar"
Alle die am Sonntag dabei waren, können sicher bestätigen, was für eine tolle Veranstaltung das war. Investor Herr Walter hat sich allen, auch unangenehmen Fragen gestellt und war und ist bereit, bei Fortführung des Projektes alle weiteren Schritte in enger Zusammenarbeit mit der Verwaltung und Vertretern der Borkumer Bevölkerung durchzuführen. Darüber hinaus hat er, auch gegenüber allen Zweiflern sehr sympathisch und transparent überzeugt und souverän offengelegt, wie er sich das Projekt vorstellt.

Eine komplette Zusammenfassung der Veranstaltung auf Facebook, ist nicht machbar. Die bisher gezeigten Bilder eines eventuellen Hotelneubaus sind vorweggenommene Ideen eines noch ausstehenden Architekturwettbewerbs. Sie sollen eine Vorstellung davon geben, dass es anders als jetzt aussehen könnte. Das mag gefallen oder eben nicht. Das Projekt ist noch gar nicht so weit fortgeschritten, dass echte Pläne existieren. Vorher entscheidet das Ergebnis des Bürgerentscheids, ob es überhaupt dazu kommt.

Informationen der gestrigen Veranstaltung und Faktencheck:
Das Miramar ist aktuell in einem Zustand, dass einen Umbau bzw. einen Veränderungsbau, unabhängig von einem Neubauprojekt, notwendig macht. Das ehemalige WSA-Gelände ist seit Jahren brachliegender Schandfleck. Andere, realistisch umsetzbare Ideen für eine Nutzung des WSA-Grundstücks sind bisher nicht ersichtlich, andere Interessenten mit Ideen auch nicht an die Stadt herangetreten. Die Stadt Borkum steckt mitten im Prozess „Borkum 2030“, dass auch das „ISEK“ (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) beinhaltet. Weitere Infos unter: www.borkum.de/allgemein/service/borkum-2030/
Dort stehen im weitesten Sinne die Anforderungen an die Projektausgestaltung. Das ISEK wurde schon vor Jahren in Zusammenarbeit mit den gewählten Vertretern und Insulanern entwickelt und durch die gewählten Vertreter einstimmig beschlossen. Borkum 2030 ist ein Projekt der Stadt, der NBG und der Borkumer Bürger.

Worum geht es bei dem Bürgerentscheid:
Es geht nicht um die Pläne des Investors. Dessen Optionen sind ein notwendiger Umbau, bei dem er keine besonderen städtischen Anforderungen berücksichtigen müsste oder eben ein Neubau, der den Kriterien des ISEK entspricht. Die Neubaupläne sind bisher nur ein grober Entwurf, eine Idee, eine Vision und über diese Pläne können wir gar nicht abstimmen.
 
Es geht um das touristische Entwicklungskonzept, in dem sowohl Borkum 2030 als auch ISEK und VU mit großer Bevölkerungsbeteiligung erarbeitet und vom Stadtrat einstimmig, also auch von den Initiatoren des Bürgerbegehrens, beschlossen wurde. Also um die Pläne und den bereits gestarteten Entwicklungsprozess der Stadt / Kommune, denn: gemäß
§ 32 Abs.1Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz kann nur über kommunale Belange ein Bürgerentscheid stattfinden.
Die Pläne der Kommune wurden seinerzeit am 02.05.2019 im Verwaltungsausschuss beschlossen.

Das Ergebnis des Bürgerentscheids für die wahlberechtigten Insulaner (siehe Muster Wahlzettel) wird also eine langfristige und richtungsweisende Bedeutung bekommen:

Bei einem „JA“ wird die Fortführung der Planung gestoppt, verbunden mit einer Sperre für zwei Jahre. Dann herrscht „RUHE“, oder länger…. und das ehemalige WSA Gelände liegt bis auf weiteres brach. Der durch den Investor vorgeschlagene Neubau wäre damit hinfällig und würde durch den Investor auch nicht weiter verfolgt und umgesetzt. Stattdessen würde der Investor das Miramar, wie ursprünglich angedacht, notwendigerweise umbauen. Die zu verkaufende Grundstücksfläche des ehemaligen WSA-Geländes würde, bedingt durch die vorgegeben Grenzabstände zum bestehenden Gebäude, dadurch geringer ausfallen. Dieses Ergebnis wäre unumkehrbar.

Setzt sich das Kreuz bei „NEIN“ durch, wird die Planung weiter fortgeführt. Es wird noch lange nicht gebaut!
Ein „NEIN“ legitimiert die NBG und die Stadt Borkum lediglich die Gespräche mit dem Investor und die Planung fortzuführen. Der Planungsprozess mit allen erforderlichen weiteren Schritten würde ca. 2-3 Jahre dauern. Wenn gewollt, könnte ein Ideenwettbewerb noch parallel laufen.  Alle weiteren Schritte im Planungs- und Bauprozess obliegen den Entscheidungen der Ausschüsse und der Räte. Damit blieben auch bei Fortführung des Projektes die komplette Kontrolle und die Einflussmöglichkeiten bei den Projektverantwortlichen und den gewählten Vertretern, also bei uns. „WIR“ entscheiden im weiteren Prozess auch weiterhin, was passiert.

Investor Herr Walter hat in der gestrigen Infoveranstaltung dazu absolute Kooperation und Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert. Eine Fortführung des Projektes beinhaltet demnach unter anderem folgende Punkte:

Architektenwettbewerb mit 3 Büros (eines durch die Stadt Borkum) – dadurch würden die bisherigen Skizzen und Bilder möglicherweise hinfällig
Aufnahme der Themen einer Thalasso-Anlage, Restaurant, Bar, Veranstaltungsräume (alles öffentlich zugänglich oder nutzbar)
Verpflichtender Hauptsitz des Unternehmens Borkum (Einnahmen bleiben hier
Städtebaulicher Vertrag
Schaffung von Arbeitsplätzen, Wohnungen für Angestellte, Parkplätze etc.

Hauptanliegen des Investors ist die Idee eines nachhaltigen Gebäudes, das weitestgehend den heutigen Anforderungen an sanften Tourismus, Umwelt und Klimaverträglichkeit entspricht und sich in die gegebene Dünenlandschaft einbringt.

Wenn das Ergebnis des Bürgerbegehrens den Stopp der Planung ergibt,
ist das eine demokratische Entscheidung, die von allen zu akzeptieren ist und dazu ein Meilenstein in der Grundhaltung zu solchen Projekten.
In diesem Fall wird der Investor die Neubauidee verwerfen und dafür einen Veränderungsbau des bestehenden Miramar durchführen.
Gleichzeitig wäre diese zukünftige Positionierung und Ausrichtung zugleich schade für Borkum und seine Gäste sowie möglicherweise eine vertane Chance.

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